Ch. 17 - Behind the Chapter: Warum sich Warten manchmal wie Stillstand anfühlt (und es keiner ist)

Ch. 17 - Behind the Chapter: Warum sich Warten manchmal wie Stillstand anfühlt (und es keiner ist)

Manchmal habe ich so Phasen, da fühlt es sich an, als würde meine Innenwelt der Außenwelt davonlaufen.
Nicht aus Ungeduld.
Nicht aus Ehrgeiz.
Sondern, weil ich innerlich bereits weiter bin, während außen noch nichts davon sichtbar ist.

Ein seltsames Gefühl.
Still.
Und gleichzeitig voller Bewegung.

Band 2 meiner Australien-Reihe ist im Lektorat.
Gedanklich habe ich ihn losgelassen, geparkt, auf eine gewisse Weise abgeschlossen (was der erste Entwurf mit Lektoratsabgabe ja auch ist).
Band 3 ist jetzt stattdessen da. Noch namenlos, noch unfertig, in meinem Kopf zumindest aber sehr lebendig. Ich schreibe bereits an ihm, während die Außenwelt gerade erst Band 1 kennt.
Und das seit gerade einmal drei Monaten.
Noch ganz am Anfang einer völlig unbekannten Reihe.

Dasselbe passiert mit meinem Content.
Ich schreibe gern im Voraus. Plane Beiträge, Texte, Chapter, Newsletter in einem Rutsch. Wenn ich auf „Veröffentlichung planen“ klicke, fühlt es sich für mich wie ein Abschluss an.
Als hätte ich etwas übergeben.
Was dann folgt, ist die pure Ernüchterung, nämlich: nichts ...

Keine Reaktion.
Kein Echo.
Keine Spiegelung.

Natürlich nicht ... es ist ja noch nichts draußen.
Und trotzdem fühlt sich diese Leere manchmal an wie eine kalte Dusche.
Als würde all das, was innerlich so klar, so stimmig, so fertig ist, plötzlich ins Leere laufen.

Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, dass dieses Gefühl kein Zeichen von Fehler oder Ungeduld ist.
Sondern ein Hinweis auf meine Art zu arbeiten.

Ich lebe in Zyklen.
Ich erschaffe in Vorleistung.
Mein Nervensystem braucht Sicherheit, Raum und Vorsprung, bevor etwas sichtbar wird.

Die Außenwelt reagiert immer zeitversetzt.
Sie kann nur antworten auf das, was bereits draußen ist.
Nicht auf das, was innerlich längst gewachsen ist.

Und genau darin liegt der Knackpunkt:
Manchmal fühlt sich dieses Voraus-Sein einsam an.
Nicht, weil niemand da ist.
Sondern weil noch niemand dort ist, wo ich innerlich bereits stehe.

Das Warten danach fühlt sich dann schnell wie Stillstand an.
Dabei weiß ich mittlerweile, dass es keiner ist.

Es ist Reifezeit.
Integrationszeit.
Die Phase, in der etwas innerlich erstellt wird, bevor es Resonanz bekommt.

Ich lerne gerade, diese Zeit nicht zu überbrücken.
Sie nicht kleinzureden.
Und sie nicht künstlich zu beschleunigen, nur damit sie sich „produktiver“ anfühlt.

Ich lerne, mir selbst Resonanz zu geben, bevor sie von außen kommt.
Für mich selbst anzuerkennen, dass etwas bereits existiert, auch wenn es noch niemand sieht.

Vielleicht kennst du dieses Gefühl auch.
Dieses innere Vorausgehen.
Dieses Wissen, dass etwas längst da ist, obwohl es im Außen noch still ist.

Vielleicht ist das kein Zeichen von Stillstand.
Sondern von Tiefe.

Und vielleicht darf genau diese Zeit – dieses Warten, dieses Dazwischen – genauso Teil des Prozesses sein wie das Erschaffen selbst.

Alles Liebe


Danke, dass du dir Zeit für dieses Kapitel genommen hast. Ich freue mich, dass du hier bist.

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The Inner Chapter - Jenna Hansen
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