Ch. 22 - Inner Work: Wenn die Buchbubble schwer wird und ich mich trotzdem für Leichtigkeit entscheide

Ch. 22 - Inner Work: Wenn die Buchbubble schwer wird und ich mich trotzdem für Leichtigkeit entscheide

In der letzten Zeit hat mir der liebe Algorithmus viele Stimmen aus der Buchwelt ausgespielt.

Autorinnen, die offen darüber sprechen, dass sie wieder einen Angestelltenjob angenommen haben.
Selfpublisherinnen, die überlegen aufzuhören.
Bloggerinnen, die erschöpft sind, weil sie immer mehr lesen und posten müssen, um überhaupt noch gesehen zu werden.

Und dazwischen immer wieder derselbe Satz:

Die Buchbubble ist nicht mehr das, was sie einmal war.

Ich verstehe diese Stimmen.
Wirklich.

Denn hinter ihnen steckt etwas, das ich sehr gut kenne:
die Mischung aus Leidenschaft und Müdigkeit, aus Hoffnung und Realität.

Schreiben ist für viele von uns kein Nebenbei-Projekt.
Es ist ein Teil unseres Lebens.

Und wenn sich die Rahmenbedingungen verändern, fühlt sich das nicht nur nach einer beruflichen Herausforderung an.
Sondern manchmal auch nach einem leisen Verlust.


Auch ich kenne diesen Moment

Meine letzte Veröffentlichung ist nicht so gelaufen, wie ich es mir erhofft hatte.

Nicht katastrophal.
Nicht dramatisch.

Aber auch nicht so, wie ich es mir insgeheim ausgemalt hatte.

Und natürlich gibt es diesen Moment, in dem der Kopf anfängt zu arbeiten.
Der Moment, in dem ich anfangen könnte zu analysieren:

  • War der Zeitpunkt falsch?
  • War das Marketing zu wenig?
  • Ist der Markt gesättigt?
  • Werden Selfpublisherinnen weniger gesehen?
  • Lohnt es sich überhaupt noch?

All diese Fragen sind nicht falsch.

Aber ich merke auch, wie leicht ich mich darin verlieren könnte.

In Zahlen.
In Vergleichen.
In der Suche nach Gründen, warum etwas nicht so gelaufen ist, wie ich es mir gewünscht hätte.


Zwischen Realität und Resignation

Es wäre einfach, sich von dieser Stimmung mitziehen zu lassen.

Zu sagen:
Vielleicht funktioniert das alles einfach nicht mehr.

Oder:
Vielleicht hätte ich früher anfangen müssen.

Oder sogar:
Vielleicht sollte ich realistischer sein.

Aber wenn ich ganz ehrlich bin, spüre ich etwas anderes.

Nicht Trotz.
Nicht blinden Optimismus.

Sondern eine sehr ruhige Entscheidung.


Ich entscheide mich für Leichtigkeit

Ich könnte mein Schreiben schwer machen.

Es zu einem Projekt machen, das ständig bewertet werden muss.
Zu einer Rechnung, die aufgehen soll.
Zu einem Beweis dafür, dass sich all die Arbeit „gelohnt“ hat.

Aber genau das würde mir das nehmen, was mich überhaupt erst hierher gebracht hat.

Die Freude am Schreiben.
Die Neugier auf Geschichten.
Die leisen Momente, in denen Figuren plötzlich anfangen zu sprechen.

Ich möchte nicht, dass mein Schreiben nur noch von Erwartungen getragen wird.

Also entscheide ich mich bewusst für etwas anderes.

Für Leichtigkeit.

Nicht als Verdrängung.
Sondern als Haltung.


Schreiben darf leicht sein, auch wenn der Weg es nicht immer ist

Leichtigkeit bedeutet für mich nicht, dass alles einfach ist.

Es bedeutet auch nicht, dass ich Zahlen ignoriere oder Entwicklungen ausblende.

Aber es bedeutet, dass ich mich nicht ausschließlich über sie definiere.

Ich darf schreiben, weil ich schreiben möchte.
Ich darf Geschichten erzählen, auch wenn sie nicht sofort laut werden.
Ich darf wachsen, ohne mich ständig mit anderen zu messen.

Und ich darf weitermachen.

Nicht verbissen.
Sondern neugierig.


Die Buchwelt verändert sich und wir mit ihr

Vielleicht stimmt es tatsächlich, dass sich die Buchbubble verändert hat.

Märkte verändern sich.
Algorithmen verändern sich.
Aufmerksamkeit verändert sich.

Aber Geschichten haben sich noch nie ausschließlich über Systeme definiert.

Sie leben, weil Menschen sie schreiben.
Und weil andere Menschen sie lesen.

Manchmal schneller, manchmal langsamer.

Manchmal laut, manchmal leise.


Was ich gerade lerne

Im Moment lerne ich etwas, das ich lange unterschätzt habe:
Dranbleiben muss sich nicht immer wie Kampf anfühlen.

Manchmal ist es einfach eine ruhige Entscheidung.

Eine Entscheidung für den nächsten Satz.
Für das nächste Kapitel.
Für die nächste Geschichte.

Nicht, weil ich sicher weiß, wohin alles führt.
Sondern weil ich weiß, dass ich diesen Weg gehen möchte.


Eure Gedanken

Mich würde interessieren, wie ihr diese Stimmung gerade erlebt.

Habt ihr das Gefühl, dass sich die Buchwelt verändert?
Und wenn ja: Macht euch das eher nachdenklich oder neugierig?


Mindset-Moment

Ich darf wahrnehmen, was sich verändert.
Ohne mich davon entmutigen zu lassen.

Und ich darf weitergehen. Mit Neugier, mit Geduld und mit der Leichtigkeit, die mich überhaupt erst zum Schreiben gebracht hat.

Alles Liebe


Danke, dass du dir Zeit für dieses Kapitel genommen hast. Ich freue mich, dass du hier bist.

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The Inner Chapter - Jenna Hansen
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