Money Mindset und Liebesromane

Money Mindset und Liebesromane

Teil I: Die Sache mit dem Geld – warum wir (Kreativen) nicht darüber reden wollen

Manchmal frage ich mich, ob wir Autorinnen beim Thema Geld kollektiv die Luft anhalten. So, als wäre das Sprechen darüber unanständig. Fast ein bisschen … klebrig.

Wir reden über Plot Twists, über Deadlines, über das große Chaos im Kopf, wenn die Figuren wieder einmal ihr eigenes Leben führen, über red und green flags.
Aber über Geld? Über das, was nach dem Schreiben kommt? Über Einnahmen, über Wert, über den Traum, davon leben zu können?
Da wird es plötzlich still.
So still, dass man die eigenen Glaubenssätze beinahe flüstern hört.

„Kunst darf man nicht mit Geld verbinden.“
„Wenn du wirklich fürs Schreiben brennst, tust du es nicht fürs Geld.“
„Das ist doch nur ein Hobby.“

Na, klingelt’s? Bei mir schon. Laut und deutlich.
Ich habe diese Sätze jahrelang geglaubt. (Tue es immer noch, aber das wollen wir ja ändern.)
Und jedes Mal, wenn ich einen Preis festlegte oder eine Anzeige schaltete, war da diese Stimme in meinem Kopf: „Wer glaubst du eigentlich, wer du bist?“

Das Problem: Diese Stimme hat mit Kreativität nichts zu tun.
Sie ist das Echo eines Systems, das uns beigebracht hat, dass Leidenschaft und Bezahlung sich gegenseitig ausschließen.
Aber das stimmt nicht.
Ich kann leidenschaftlich und professionell sein.
Ich kann mit Herz schreiben und wirtschaftlich denken.
Ich kann Romantik auf die Seiten bringen und wissen, was ich wert bin.

Ich lerne das gerade. Langsam, mit Herzklopfen und einem Taschenrechner in der Hand.
Und vielleicht ist genau das der Punkt: Wir müssen nicht sofort „Money Queens“ werden.
Wir dürfen einfach anfangen, anders über Geld zu denken.

Und wisst ihr, wann mir das besonders auffällt?
Wenn ich meine Stunden für ein Buchprojekt zusammenrechne.
Lektorat, Buchsatz, Marketing, Coverabstimmung; ganz zu schweigen vom eigentlichen Schreiben. Das alles sind Wochen voller Arbeit, Herzblut und Zweifel.
Und trotzdem zucke ich innerlich zusammen, wenn ich einen Preis von 2,99 € festlege.
Weil irgendwo in meinem Kopf noch dieses leise „Zu teuer?“ flüstert. Oder „Das kauft doch eh keiner.“

Dabei weiß ich rational: Das ist kein „Nebenverdienst“ für ein kleines Hobby am Rande. Das ist Wert. Arbeit. Können. Zeit.
Aber Emotionen und Geld, das ist eben eine komplizierte Beziehung.
Ich merke, wie ich mich klein mache, um „sympathisch“ zu bleiben.
Wie ich Sätze schreibe wie „Ich verdiene ja nicht viel, aber das ist okay“,
obwohl es das gar nicht sein muss.

Ich will lernen, das anders zu sehen.
Nicht mehr zwischen Kunst und Kommerz zu unterscheiden, sondern beides als Teil desselben Traums zu begreifen: Schreiben, das berührt. Und davon leben dürfen.

Ich möchte mit dieser Blogserie meine ganz eigene Beziehung zu Geld aufräumen.
Aber nicht allein.
Sondern gemeinsam mit euch – ehrlich, ohne Scham, ohne Filter.
Denn vielleicht, ganz vielleicht, ist „die Sache mit dem Geld“ gar keine so große Sache mehr, wenn wir sie endlich ansprechen.


Eure Gedanken

Welche Sätze über Geld habt ihr als Kind gehört?
Und glaubt ihr, sie wirken heute noch in euch nach?


Mindset-Moment

Ich darf über Geld sprechen. Es bedeutet nicht, dass ich gierig bin – sondern dass ich Verantwortung übernehme.

Alles Liebe,


Jennas Kaffeekasse

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